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VATA PITTA KAPHA auf Schloss Pichlarn in die Balance bringen

Abgelegt 23. August 2013 um 20:32 von admin in Allgemein, Ayurveda, Berge, Eltern Exclusiv, Österreich, Wandern

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Ayurvedische Reinigungskus in Schloß Pichlarn

Den Elternjob gut zu erfüllen, heißt viele Jahre fit bleiben und vor allem auch für sich selbst gut zu sorgen. Eine ayurvedische Reinigungskur, genannt Panchakarma,  war mein langgehegter Traum und natürlich war Asien dabei der erste Impuls, doch irgendwie war es mir nicht geheuer, 10 Flugstunden von der Familie weg zu sein. Ob ich da die nötige Ruhe und Gelassenheit bekäme? Finanzielle Vorteile haben asiatische Ziele nicht, wenn man die Flüge dazurechnet.

Ich hatte nicht vermutet, daß ich mehrere Empfehlungen für eine Adresse in der Steiermark bekommen würde. Im traumhaft schönen Hotel Schloß Pichlarn praktiziert Dr. Johann Schäffler, einer der Begründer der ayurved.Medizin im Westen, den Ayurveda seit Januar 2003. Für seine Patienten bedeutet dies eine erfahrene, ayurvedische Betreuung im Umfeld einer 5 Sterne Hotellerie.

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Und so läuft es in etwa ab:

Für die gewünschte Reinigung, auch Pancha Karma genannt, gibt Dr.Schäffler gibt im Vorfeld die Anleitung für eine einwöchige Vor-Kur daheim: eine Ernährungsumstellung in Richtung Schonkost.  Er empfiehlt dafür ca. 10 Tage einzuplanen. Die Reinigung und Engiftung beruhen im wesentlichen auf drei Säulen: Ernährung, Massage und Einlauf.

Der Umkehrschwung beginnt am Bahnhof in Stainach-Irdning. Der Koffer wird mir vom Hotel Chauffeur aus der Hand genommen und 90 Minuten später liege ich schon in Öl und genieße eine erste Abhyanga-Ganzkörper-Massage mit Marma Behandlung zur Balancierung meiner Vata-Energien. Diese Massage gehört zu den Klassikern und kann auch als vierhändige Synchron-Behandlung gebucht werden. Die Marma Behandlung ist eine Kopfmassage und so wohltuend,  daß  jeder sie lernen sollte.

2. Tag: Erstuntersuchung bei Dr.Schäffler: Dazu gehören Puls- und Zungendiagnose und ein ausführliches Gespräch. Im Mittelpunkt der Kur stehen tägliche Ölbehandlungen, durch die die Schlacken im Körper gelöst werden. Sind diese mobilisiert, kommen verschiedene Verfahren der Ausleitung zur Anwendung. Die Massagen sind wahre Erlebnisse und schwer zu beschreiben, weil man in einen nahezu schwebenden und tiefenentspannten Zustand kommt. Die Wirkung ist bei jedem unterschiedlich. Hinterher sind Dampfbäder angezeigt, ein Hochgenuss im 4800 m2 Spa von Schloss Pichlarn.

3. Tag: Die Pulsdiagnose wird wiederholt, weitere Ölbehandlungen besprochen. Die verwendeten Öle werden in Pichlarn nach ayurved.Verfahren hergestellt und enthalten überwiegend Kräuter der Alpenregion.

Ich erlebe Shirodara, den famose Stirnguß, der alle Ayur-Veda-Prospekte ziert. Angeblich triften dabei alle ab. Ich sehe weder Farben noch höre ich Stimmen – sondern schlafe göttlich ein! Auch gut!

Stirnguss

4. Tag: Dr. Schäffler hat viel Zeit für seine Patienten. Die ayurved. Verordnungen stellen nur eine Seite seiner Begleitung dar. Sein Weg: „Der Arzt muß in das System des Menschen kommen“  und von hier aus beginnt er nach ganzheitlicher Betrachtung sehr intensive Gespräche, die den Alltag seiner Klienten nicht ausspart. Ärztliche Zuwendung, wie man sie in der westlichen Medizin nie finden wird. Ziel: die Wiederherstellung der Geist-Körper-Balance. Die Therapeuten in Pichlarn haben einen achtsamen Blick auf den Patienten und dieser Blick scheint synchronisiert zu sein. Jedes Handtuch, jeder Wickel, jede Nachfrage und natürlich die Choreografie der Behandlungen sind identisch. Dies ist spätestens nach dem 3. Tag sehr entspannend.

 

5. Tag: Ein wichtiger Moment der Behandlung ist die Entdeckung inneren Stille, die sich langsam einstellt. Der Tagesablauf hat sich eingependelt. Ich habe nicht das Bedürfnis nach Austausch und Kurschatten. Der Blick geht nach innen. Die Zungendiagnose erlaubt einen verfeinerten Einblick in die vorliegenden Störungen der Doshas.  Der Ayurveda geht davon aus, daß diese Störungen langfristig Ursache für Krankheiten sind. Verabreicht werden zur weiteren Lösung von Schlacken und zur Ausbalancierung der Doshas selbsthergestellte Tees und div. ayurvedischer Medizin.

oelmassage

6. bis 10. Tag:  Die Phase der Einläufe beginnt. Hier zeigt sich, wie wichtig Hygiene und die Sensitivität der Therapeuten ist. Das Prozedere ist harmlos bis erträglich unangenehm. Die Wirkungen sind je nach verabreichten Substanzen und persönlichem Empfinden unterschiedlich. Ich empfehle an diesen Tagen auf Diät zu gehen. Die Pfunde purzeln und spätestens jetzt stellt sich das Gefühl von Leichtigkeit und Reinigung ein. Mein Rat: die Behandlungen morgens terminieren; davor nur eine Scheibe Brot und heißes Wasser mit Zitrone und Honig. Der Hunger hält sich ohnehin in Grenzen und so kann das Frühstück auch mal ausfallen.

 

Ernährung:

Pancha Karma ist keine Hungerkur. Die Pichlarner Küche bietet ein ayurvedisch ausgerichtetes Menü an und reagiert auf individuelle Wünsche. Eine Umstellung der Ernährung ist jedoch erforderlich und förderlich. In den ersten Tagen sind dies die einzig schmerzhaften Momente, morgens an Eier, Brötchen, Käse und Croissants vorbeizugehen und am Abend das Tauernlamm und den Zweigelt im Buch der Erinnerungen versinken zu lassen. Aber dafür werden wir Ayurvediker ja täglich gestreichelt und geknetet. Die neu gewonnen Ernährungserlebnisse, auch was die Gewürze anbelangt, sind schließlich der Benefit einer solchen Kur, wenn wir es schaffen, dies ein kleines Stück in den Alltag mitzunehmen. Grundregeln für Beginner:

  1. Morgens ein Glas warmes Zitronenwasser mit Honig trinken
  2. Auf das Frühstück gelegentlich verzichten.
  3. Tagsüber jede halbe Stunde eine Tasse heißes, abgekochtes Wasser trinken
  4. Vor dem Mittagessen zwei bis drei Scheiben einer frischen Ingwerwurzel mit einigen Tropfen Zitronensaft und etwas Salz essen.
  5. Auf leicht verdauliche Mahlzeiten achten. Meiden sollten Sie rotes Fleisch, zu viel Fisch, Eier, Frittiertes, Gebratenes, Süßigkeiten und schwere Milchprodukte wie Sahne, Quark und Hartkäse. Nie Überessen!
  6. Sich auf zwei Mahlzeiten am Tag beschränken. Abends genügt eine Gemüsesuppe.
  7. In Ruhe und bewusst essen. Gut kauen. Nach der Mahlzeit fünf Minuten bis eine Viertelstunde entspannen.
  8. Anschaffung eines ayurvedischen Kochbuchs und Geld in Gewürze investieren.
  9. Eigene Herstellung von Ghee.

 

Sport:

In Schloss Pichlarn lockt eine sehr begabte und einfühlsame Personal Trainerin an 4 Tagen mit exquisitem Sportprogramm. Die Verführung ist groß, weil jede Einheit für sich überschaubar und leistbar erscheint. In Zusammenhang mit den ayurved. Behandlungen, sollten Sie jedoch darauf verzichten. Der Körper braucht die Ruhe für Entschlackung und Entgiftung. Kleine Runden um das Schloß sind ausreichend.

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10. bis 12. Tag: Das Ende der Kur ist in Sicht. Die Vorfreude, künftig einer ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge und Lebensphilosophie im ayurved. Stil Raum zu geben, ist auf jeden Fall da. Das Gewicht stimmt und über das „Innere Strahlen“, so wie es im Prospekt von Dr.Schäffler steht, müssen andere entscheiden. Für mich sind die wichtigsten Kriterien erfüllt: eine Umstellung der Ernährung und eine gefühlte, innere Reinigung. Angeblich entfaltet sich die volle Wirkung einer Pancha Karma Kur erst nach 2 bis 4 Wochen, vorausgesetzt, man führt die Ernährungsumstellung daheim nicht sofort wieder außer Kraft.

Informationen:

Institut für Ayurveda Dr.Johann Schäffler, 0043-3682-24440-571    office@ayur-veda.at

www.pichlarn.at