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Reiten im Land der Katharer

Abgelegt 17. September 2011 um 17:08 von admin in Frankreich, Reiten, Sprachreisen

Katrin von der Felsen

Ich genieße den Duft von Pinien, Kiefern und wildem Thymian. Meine Augen lasse ich über schier endlose Täler, Hügel und Weinberge schweifen.

Diese Jahr war die Entscheidung über das Ziel unseres Sommerurlaubes ganz klar gefaßt: Sonne und Reiten, am besten vereint mit gutem Essen. Fällt da nicht gleich Südfrankreich als Begriff? Da können wir auch gleich die Belastungsprobe an Auto und Akkulaufzeiten der mp3-Player stellen und kommen schließlich im Languedoc in der Nähe von Carcassonne auf der „Domaine de Fraisse“ an.

Hier haben sich der Schweizer Beat Häfliger und seine Frau Marie-Claire in liebevoller und unermüdlicher Arbeit einen Traum erfüllt. Auf über 100ha Land erstreckt sich ihr Refugium – sogar eine eigene Badestelle am nahen Fluss gehört dazu.

Das kann’s:
Morgens und nachmittags werden die 35 Pferde von den weitläufigen Koppeln geholt und von den Reitern in Empfang genommen.

Dabei legt Beat Wert darauf, dass sich jeder mit seinem Pferd vertraut macht. Somit gehört das Putzen und Satteln zu den schönen Pflichten und man bekommt eben nicht einfach ein „fertiges“ Reittier hingestellt.


Von der Domaine starten die 2-3stündigen Ausritte ins Gelände. Die Pferde tragen uns trittsicher über schmale Waldwege und auch steilere Passagen. Jan oder Carla, unsere Guides kenne sicher jeden noch so kleinen Pfad. Geht es mal durch eine Wasserstelle freuen sich Pferd und Reiter über die Abkühlung.
Ein langersehnter Traum unserer Kinder geht in Erfüllung, als sie zusammen mit den Pferden schwimmen gehen.

Marie-Claire verwöhnt mich inzwischen mit einer wunderbaren Massage. Sie hat unter anderem ihren Abschluss in TCM an der Universität in Shanghai gemacht. Ihre Praxis befindet sich oberhalb des Haupthauses.
Mittags und Abends sitzen wir mit den anderen Gästen an großen Tischen unter Maulbeerbäumen und genießen die 3-Gänge-Menüs und den Biowein vom Nachbargut.

Das bringt’s:
Auch Nicht-Reiter kommen immer wieder gerne hierher. Fahrradtouren (MTB’s können gemietet werden), Wanderungen, der malerische Canal du Midi und natürlich die Katharerburgen runden den Aufenthalt hier ab – Weinproben inklusive!

Das kostet’s:

Buchung über www.domaine-de-fraisse.com oder über www.reitferienvermittlung.de.
Eine Woche Vollpension ca.510,-€ (Kinderermäßigung möglich), 6 Tage reiten ca. 210,-€
Anfahrt mit den Auto über Carcassonne. Rynair fliegt Carcassonne an. Weitere Regionalflughäfen sind Montpellier, Perpignan, Toulouse, Bèziers. Anreise per Zug bis Lyon und Carcassone.

Die Low-Budget-Version: 5 wöchige Arbeitsferien: Für das Helfen in der Küche, Zimmerreinigung und Servieren bekommt man freie Kost und Logis und darf in der Freizeit mitreiten. Kein Urlaub – aber eine tolle Gelegenheit für Pferdebegeisterte die frz.Sprache zu lernen.

Mit dem „Santà Fe“ nach Saint Tropez……. Familienurlaub in Südfrankreich

Abgelegt 13. Februar 2011 um 18:17 von admin in Frankreich, Meer

Von Dietrich Thorau

Beide Mädchen, haben nun etliche Jahre Französischunterricht und wir wollten Ihnen von der Vielfalt der französischen Landschaft einen kleinen Teil in den Sommerferien näher bringen.

Mit diesem Bericht geben wir unsere Eindrücke, Erfahrungen und vor allem kleine Tipps wieder, die das Nachreisen erleichtern.

Unsere Wahl fiel auf „Römer“-Frankreich, wie wir die Gegend um Arles, Avignon und Nimes bei der Planung nannten, mit anschließendem Badeurlaub an der blauen Küste, der Cote-d’Azur. Denn im Alter zwischen 10 und 15 Jahren werden Kinder zu Tyrannen, wenn sich der Urlaub auf die  baulichen Schönheiten der vergangenen Jahrhunderten „beschränkt“.

Alors, la France, nous venons!

Als 1. Ausgangspunkt wurde Beaucaire ausgewählt. Beaucaire liegt direkt an der Rhône, auf der anderen Seite des Flusses befindet sich die Schwesterstadt Tarascon. Beaucaire gehört schon zum Languedoc, während Tarascon schon zum Departement der Provence zählt.

Beaucaire befindet sich genau im Zentrum der Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit und dem Mittelalter.  Nach Nimes, Avignon oder Arles sind es nicht mehr als jeweils ca. 25 km. Und es verzaubert vom ersten Augenblick an mit südfranzösichem Flair in einer teilweise noch mittelalterlichen Altstadt mit engen Gassen und kleinen Plätzen aber ohne den Rummel der umliegenden Touristenmagnete. Mit ca. 13.000 Einwohner ist es groß genug, um keinen Dorfcharakter zu haben und weit von der Hektik von Marseille oder Cannes entfernt.

So führt uns im Internet das Bild einer ausladenden Platane mit dem obligatorischen Strassencafe  zu unserem ersten Quartier. Ein Treffer!

Das liebevoll und aufwändig restaurierte Altstadt-Haus aus dem 17. Jhdt. gehört einem australischen Maler. Die insgesamt 4 Schlafzimmer, Bad und Küche liegen auf 3 Etagen. Oben drauf gibt’s noch eine kuschelige Dachterrasse mit Matratzen ausgelegt und einem phantastischen Blick über die Altstadt bis zur Rhone und den Alpillen hin.

Die Einrichtung ist originell. In jedem Zimmer ein eye-catcher. Insgesamt können bis zu 12 Personen in salonartigen Räumen wohnen, allein das Badezimmer hat ca. 30 qm! Der Preis ist individuell verhandelbar. Achtung: dieses Haus ist nichts für Treppen-Hasser.

Der Blick auf die große Platane vor dem Haus und den verkehrsberuhigten Platz mit mehren Cafes ist wie aus dem Reiseprospekt: wir sind mittendrin.

(Der Link: HomeAwayHoliday-Rentals.co.uk. Hausnummer 464702. Die Telefonnumer von Mark Stuart 0033(0)618458543)

Von hieraus geht’s für insgesamt 5 Tage zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten. Die Fahrten sind absolut familiengerecht.

1. Zur Einstimmung sehr grandios: Ein Besuch beim weltberühmten Pont Du Gard.

Der zweitausend Jahre alte Aquädukt ist bestens erhalten, er war Teil einer 50 km langen Wasserleitung, die bis nach Nimes führte. Man kann oben drauf spazieren gehen oder drunter mit dem Kanu durchfahren und ins ziemlich kühle (Anfang September) Wasser des Gard springen.

Die Anfahrtszone ist großzügig, Parkplätze vorhanden. Tickets müssen im Kassenhäuschen gelöst werden. Dort gibt’s bis hin zu Toiletten alles, was Familie auf Tour braucht incl. Süßigkeiten und Getränke, ein kleines kindgerechtes Römermuseum schließt sich an. Die Strecke ist buggy-tauglich, Schatten gibt’s genug.

Die Eindrücke waren so gewaltig, dass wir 2 Tage später wieder kamen, diesmal von der anderen Seite auf dem Fluss mit geliehenen Kanus.

Die Ausgabe der Boote passiert ca. 25 km weiter. Super organisiert mit Schwimmwesten, Plastik-Tonnen für Kleidung und Brotzeit, der Rückholservice mit einem Kleinbus funktioniert. Kosten pro Kanu ca. 30 €. Geeignet für Kinder ab 10 Jahren. Völlig ungefährlich und viele Monate danach noch das Highlight der Reise.

Der Pont du Gard ist das wohl beeindruckendste Zeugnis
römischer Zivilisation in der Provence. Rund 1000 Menschen
waren drei Jahre lang beschäftigt, um das mit einer Höhe von 48m und Länge von
360 Metern imposanteste römische Aquädukt fertigzustellen.

2. Die Papststadt Avignon.

Natürlich ist die vielbesungene Brücke vor dem Papstpalast ein Muss, aber sehr überlaufen und wenig ergiebig für Kinder, die nicht absolut geschichtssicher sind. Der Platz vor dem Papstpalast und der Park dahinter eignen dagegen auch zum Entspannen. Bei den Temperaturen, die wir hatten (35°) war das bald notwendig, und wer es ganz kühl braucht, der bucht eine Führung durch den Palast.

Sehenswert ist auch die zeitgenössische Kunst, die in der ganzen Stadt verteilt zu sehen ist. Auf dem Platz vor dem Palast stand letzten Sommer die lebensgroße Plastik eines Elefanten (!) der auf dem Rüssel stand! Wahrscheinlich ist es das, was die Kinder jetzt noch in der Erinnerung haben von Avignon

3. Arles.

Die van-Gogh-Stadt hat im Vergleich zum historischen Zentrum von Avignon eine liebliche Ausstrahlung. Kleidermarkt ist am Samstagvormittag und interessant für Teenies. Cafes und Restaurants, aber zur Mittagszeit alle bis auf den letzten Platz besetzt. Tipp: Am Vormittag eines aussuchen und reservieren.
Zahlreiche im 17. und 18.Jh. konstruierte herrschaftliche Stadtvillen machen noch heute den Charme der Altstadt aus, in der mehrere erstrangige historische Monumente, Erbe aus zwei Jahrtausenden Geschichte, integriert sind. (Sieben davon wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt: Römische Arena, St Trophime).

Vincent v Gogh malte einige seiner bedeutendsten Bilder hier.
4. Am 4. Tag haben wir alle Sehnsucht nach dem Meer.  Wir fahren nach St.Marie de la Mer und damit in die Camargue.

Die grandiose, von Kanälen durchzogene Ebene. Erde, Wasser, Reisfelder prägen diese Landschaft, die der Sonne und dem Mistral ausgesetzt ist und einen einzigartigen Lebensraum für Flamingos und Stiere und den berühmten Camargue-Pferden darstellt. Wir schleichen im Schritttempo auf den freigegebenen Wegen aber trotzdem mit viel schlechtem Gewissen durch das größte Schilfrohrgebiet Europas.

5. Nimes.

Die Stadt mit den meisten Zeugnissen der römischen Vergangenheit (große Arena, Maison Carée, Thermen etc.)

Leider ist Nimes schon eine veritable französische Großstadt mit vielen Autos und der dazugehörigen Hektik, mit den Kindern flüchten wir bald wieder in unser vergleichsweise beschauliches Beaucaire

Zwischendurch proben wir dort den französischen Alltag in der Kleinstadt.

Die Kinder holen Baguette und Pain au chocolate aus der Boulangerie, Frühstück am offenen Fenster mit Blick auf den Platz, Bummel über den Wochenmarkt, mit dem aus deutscher Sicht riesigen Angebot an Meeresfrüchten. An einem Abend gab’s dann wirklich noch ein Konzert mit Chansonnier auf dem Marktplatz. Alles wie aus dem Schulbuch!

Ein letzter Cafe au Lait mit Mark und der Santa Fé wird voll beladen, uns zieht es weiter an die Cote-d’Azur

Infokasten Santà Fe:

Der 5-Türer Diesel bietet mit einer Länge von 4,66 m einen großzügigen Innenraum. Maximal könnten 7 Personen in diesem Familienauto sitzen. Zu viert war die Langstreckentauglichkeit also garantiert, zumal die Mittelkonsole optimale Lagerstelle für Spiele usw. bietet. Als Eltern schätzten wir die grosse Zahl von Ablagen in den Türen, auf dem Armaturenbrett, auf der Rückseite der Vordersitze oder in den Mittelkonsolen. Langstrecken mit Kindern erfordern ja Unmengen von Brotzeiten und Getränken aller Art, nicht zu vergessen das Spielzeug fürs Handgepäck. Der große Verstellbereich des Fahrersitzes, und einer variablen Lenksäule ließ die Fahrer ohne Muskelverhärtungen gut durchhalten.

Großer Nachteil: der Navi ist auf französischem Boden scheinbar restlos verloren  und hat uns völlig von allen denkbar brauchbaren Routen abgebracht.

Die Kids lieben es, im schicken Auto vorne zu sitzen, um den Navi doch noch auf Kurs zu bringen oder letztlich den iPod anzuschliessen, damit uns die Krimi-Hörspiele längere Fahrstrecken verkürzen.

Sehr komfortabel für Langstreckenfahrten in den Süden ist die Kühlbox in der Mittelkonsole.


Den Küstenort „Le Lavandou“ haben wir gewählt, weil wir hier unter mindestens 10 Stränden auswählen können und wir noch nicht mitten im Trubel der großen Touristenorten wie Cannes, Nizza oder auch St. Tropez sind.

Unser Domizil hier ist so ziemlich das Gegenteil von der Bleibe in Beaucaire. Die gesamte Wohnung ist hier so groß wie eine Etage in unserem Altbau im Hinterland. Ca. 45 qm.

Schlafraum, Bad, MiniKüche, WohnSchlafraum.  Angemietet haben wir durch www.interhome.com. (650,- € pro Woche) Die Auswahl ist natürlich den saftigen Preisen an der Küste für Unterkünfte geschuldet.

Aber: Die Mahlzeiten werden auf dem kleinen Balkon eingenommen, mit Blick auf’s Meer und die gegenüber liegenden Inseln! Unser Hausstrand ist bequem zu Fuß zu erreichen: Pramousquier.

Gut, weil es hier im Schatten und zauberhaft gelegen eine kleine Snacks-, Hamburger- und Eiscafe-Bar gibt.

Canadel-sur-Mer: Gut, weil groß und nicht sehr besucht. Klares Wasser, gute Sicht auf den Sandboden. Bistro hat nur bis zum frühen Nachmittag auf.

Fort Bregancon:

Am östlichen Ende der Bucht von Hyeres befindet sich auf einem Felsvorsprung eine Festung: Das Fort de Bregancon, es ist der offizielle Sommersitz des frz. Präsidenten. Der Strand von Bregancon, (Parkplatz kostet allerdings) ist logischerweise einer der schönsten. Wunderbare Aussicht von den felsigen Plateaus aus. Wetterabhängig gibt’s hier jedoch Quallen.

Ein ganz fantastisches und preislich korrektes Fischrestaurant liegt wenige Meter hinterm Strand.

Der Weg nach Bregancon ist bezaubernd. Man fährt durch eine Allee von Palmen und Weinstöcken.

-Für Schnorchler: Mit dem Ausflugsschiff auf die vorgelagerte Insel „Port Cros“.

Fahrtzeit 1 Stunde. Wanderweg auf schattigem, hügeligem Waldweg (nicht Buggy-tauglich) Ca. 45 Minuten. Dem sehr schmalen Sandstrand ist Europas einziger Schnorchelpfad vorgelagert. Auf eine Länge von 150 m sind hier ein Dutzend Bojen verankert, mit Hinweistafeln auf die Unterwasserflora und –fauna, die dann wirklich dort zu entdecken sind.

„Le Lavandou“ liegt an der alten Eisenbahnstrecke entlang der Küste. Die Gleise sind längst entfernt und die Trasse ist jetzt eine romantische Fahrradstrecke.

Nicht immer ganz einfach, weil’s doch etwas hügelig ist,  aber mit himmlischen Aussichtspunkten aufs Meer. Kleine Brotzeiten und Espresso-Pausen in Strandbars miteingeschlossen. Fahrräder gibt’s in jedem Ort zu leihen.

Eine neue Idee wird geboren: mit Fahrrad eine Tour über die gesamte Strecke von Toulon nach St.Tropez. Mit Übernachtung und sehr viel Badestopps für die Kinder oder als Eltern special Tour gedacht.