Träume aus Bergwiesen und Pulverschnee

Abgelegt 25. Mai 2009 um 16:58 von werthersmedien in Berge, Ski, Österreich

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Der Glocknerhof in Heiligenblut (Kärnten)

Von
Sonja Vodicka

Bergwiesen1 Bergwiesen2

In einer italienischen
Pizzeria in der Nähe von Neapel hängt ein Bild. Ein Foto einer Bergidylle, wie
sie es sich die Süditaliener in ihren Träumen vorstellen. Darauf war ein
kleines Bergdorf rechts und links umgeben von gelb blühenden Bergwiesen,
steilen Bergen, inmitten eine Kirche und im Hintergrund schneebedeckte Gipfel.
Dasselbe Foto gab es nochmals in dem Raum, allerdings war es im Winter
aufgenommen worden und portraitierte eben jenes Ideal-Bergdorf versunken in
tiefem Schnee. Es war unsere fünf-jährige Tochter die es sofort erkannte: „Hier
waren wir doch schon. Da wohnt die Olga im Glocknerhof“, rief sie. Und
tatsächlich dieses Traumbild kannten wir aus der Wirklichkeit unseres letzten
Skiurlaubs und hatten sogar fast das gleiche Foto aufgenommen. „Heiligenblut -
das schönste Bergdorf Österreichs“, wie es sich selbst zu Recht nennt.

Direkt
neben der gotischen Pfarrkirche St. Vinzenz, deren schlanker Turm in den
blitzblauen Winterhimmel ragt, das traditionsreiche Hotel Glocknerhof und im
Vordergrund den kleinen Skihang mit dem Tellerlift. Der mächtige schneebedeckte
Gipfel im Hintergrund ist der Großglockner, der höchste Berg Österreichs. Das
Hotel Glocknerhof ist eng mit der Geschichte des alten Goldbergbaudorfes
Heiligenblut verbunden. Die dörfliche Idylle geht zurück auf die Goldgräberzeit
in der Heiligenblut und das Nachbardorf Großkirchheim mit seinen historischen
Gebäuden eine wichtige Rolle spielten. Im 15.Jahrhundert gab es 361 Gruben,
1500 Knappen und dazu die fünf- bis sechsfache Anzahl an Fuhrleuten,
Sackziehern und Holzfällern, die zehn Prozent der damals bekannten
Welt-Goldproduktion aus der Goldberggruppe förderten. 400 Jahre dauerte diese Blütezeit
an, bevor 1874 die letzte Zeche endgültig stillgelegt wurde. Das Dorf wäre
wahrscheinlich verweist, hätte nicht der „Ruf des höchsten Berges“ zur
Kehrwende beigetragen. Sagenumwoben war er, angeblich besessen von Geistern und
Dämonen, die auf den Bergspitzen saßen und Böses ins Tal hinunter schickten. Im
Jahre 1800 entschlossen sich deshalb ein Pfarrer und zwei Bauernsöhne diesen
die Stirn zu bieten und erreichten am 28. Juli erstmals den Gipfel. Der Beweis,
dass ein „Mann Gottes“ den Gipfel heil bezwungen hatte, gab auch
„Normalsterblichen“ den Mut sich an die Besteigung des Riesen zu wagen. Somit
war der „Bergtourismus“ geboren. Eine kluge Gouvernante aus Wien, erkannte die
Zeichen der Zeit und pachtete ein Bergführerhäusl neben der Kirche. Seit 2005
leitet Heide Pichler, die Urenkelin der tüchtigen Wienerin das Haus. Inzwischen
und nach vielen Um- und Anbauten ist aus dem Kiosk mit Verpflegung das erste
Hotel am Platz geworden: „Der Glocknerhof“. Der Tradition ihrer Urgroßmutter
ist Heide Pichler treu geblieben: Glocknerbesteigungen bietet auch sie heute
noch an, allerdings im Vier-Sterne-Ambiete. Neben den zwei Übernachtungen im
Hotel, vor und nach der Glocknerbesteigung mit einem staatlich geprüften
Bergführer,inklusive erstklassiger Verwöhnküche von Chefkoch René Zinsmeister und Wellnessanbegoten,
gibt es auch eine Übernachtung über den Wolken auf der Erzherzog-Johannhütte
auf 3454 Metern (DZ 371 € pro Person). Und während der Familienvater sich auf
den Großglockner wagt, kann die Mutter sich ohne schlechtes Gewissen im
Wellnesbereich verwöhnen lassen. Denn Heide Pichler hat die Pasterze, den
Glockner-Gletscher quasi in ihr Haus geholt: Die so genannte
„Gletscher-Schliff“ Anwendung ist ein Mineralienpeeling aus feinsten
Gesteinspartikeln des Großglockners, vermischt mit Bergkräuter-Ölen und Zucker.

Der Winter zeigt sich hier
bis in den Mai hinein und ab Oktober schon in voller Pracht: im Hochalpinen
Skigebiet mit 55 Kilometern Piste bis an die Dreitausendergrenze und in einem
Naturraum, der für Skitourengeher und Pistenfahrer gleichermaßen atemberaubende
Ausblicke auf die umliegenden Berge bietet. Etwas besonderes, vor allem mit
Kindern zu empfehlen sind die Schneeschuhwanderungen mit den Rangern des
Nationalparks Hohe Tauern. Im „großen Fleißtal“ hält sich winters, wie sommers
besonders viel Steinwild auf. So wird eine Schneeschuhwanderung, bewaffnet mit
den riesigen Fernrohren der Nationalpark-Führer mitunter zum „Steinbock,
Murmeltier und Gemsen“-Watching. Und wenn die Kleinen wirklich mal gar nicht
Lust auf´s Skifahren, Wandern oder Schwimmen haben, dann gibt es im Glocknerhof
immer eine Lösung und die heißt Tante Olga. „Die beste Kinderbetreuerin der
Welt“,sagt unsere 5-jährige
Amina, und die muß es schließlich wissen, als weitgereiste Süditalienerin.


Anreise:
Tauernautobahn A 10 bis Bischofshofen. Über das Gasteinertal mit der Autoschleuse Gastein-Mallnitz, von dort 20 Minuten bis Heiligenblut

Informationen:
Pichlers Hotel Glocknerhof, A-9844 Heiligenblut am Großglockner, Tel.0043/48242244, www.glocknerhof.info

Familien-Extras: In der Ferienzeit 30.01 bis 27.02, vom 06.03 bis 20.03. und vom 27.03. bis 05.04.2010 wohnen Kinder bis Jahrgang 2000 gratis im Zimmer der Eltern und fahren gratis Ski. (Preis ab 672 Euro pro Person im Doppelzimmer)

 

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